Studienangebot im Wintersemester 04/05

Prof.Dr. Stefanie Würth
Projektseminar/Hauptseminar:
Die Rhetorik der Isländersagas: Das Beispiel der
Gerichtsrede


SeminarplanEgil

Bibliographie zum Seminar


Zur Lernplattform Ilias

Veranstaltungskommentar

Immer wieder wird in der Forschung diskutiert, in wieweit die Isländersagas auf mündlicher Tradition beruhen und in wieweit sie von der kontinentaleuropäischen Literatur beeinflusst wurden. Systematische Untersuchungen der Texte und der kulturgeschichtlichen Voraussetzungen ihrer Entstehung sind jedoch selten, sondern es wird in der Regel mit einzelnen Motiven, inhaltlichen oder syntaktischen Details argumentiert. In diesem Seminar wollen wir die Texte als Teile eines literarischen Systems untersuchen. Es wird darum gehen, ob sich Spuren des mittelalterlichen Grammatik- und Rhetorikunterrichts in den Isländersagas finden lassen. Antike und in Anlehnung daran auch mittelalterliche Rhetoriken verwenden als Beispiele die Gerichtsrede. Da ja auch in den Isländersagas Gerichtsprozesse und demzufolge auch Gerichtsreden eine wichtige Rolle spielen, wollen wir die in Rhetoriklehrbüchern - wie z.B. dem Dialog zwischen Alkuin und Karl dem Großen - empfohlenen Strategien mit denen in den Texten enthaltenen Stilmitteln vergleichen.
Das Seminar wird mit einem zweitägigen Blockseminar beginnen, auf das eine längere Phase elektronisch gestützten Lernens folgt. Den Abschluss bildet dann wieder ein Blockseminar, bei dem wir unsere Ergebnisse zusammenfassen und versuchen werden, generellere Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Empfehlungen zur Lektüre von Primär- und Sekundärliteratur werde ich per E-mail nach Ablauf der Anmeldefrist geben.

Leistungsnachweis: Teilnahme an den Blockseminaren; aktive Beteiligung während der E-Learning-Phase; Hausarbeit oder Klausur

Anmeldung: per E-Mail bis spätestens 15. September 2004 an : stefanie.wuerth@uni-tuebingen.de

1. Blockseminar: 29./30.10.04